Nachhilfeunterricht – alles andere als peinlich

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Braucht mein Kind Nachhilfeunterricht? Fangen wir mal mit dem an, was Eltern nicht hören möchten: Eltern eignen sich nicht als Nachhilfelehrer. Basta. Schließlich mangelt es ihnen nicht nur an gefühlsmäßiger Distanz und möglicherweise an Wissen, sondern eben auch an der Kenntnis über die aktuellen Unterrichtsmethoden. 

Wir haben uns gefragt, in welcher Form Nachhilfe einem Kind helfen kann. Und während andere wütend auf „die Lehrer“ und „die Schule“ sind, sind wir uns einig, dass es unmöglich ist, sich individuell um jeden Schüler zu kümmern. Zumal es in gemischten Klassen Kinder mit Schreibschwächen, mit Rechenproblemen oder mit Konzentrationsschwierigkeiten gibt.

Hier ein paar Infos zum Thema Nachhilfe:

  • Professionelle Nachhilfe kann – je nach Kind – auch in Gruppen sehr lehrreich sein
  • Bei älteren Schülern helfen Lerngruppen mit Klassenkameraden meist besser
  • Für den PC gibt es heutzutage tolle Lernsoftware – fragen Sie einfach mal beim Lehrer nach
  • Vereinbaren Sie einen Probetermin
  • Ein Nachhilfelehrer muss Ihr Kind motivieren können
  • Die Chemie zwischen Nachhilfelehrer und Schüler muss stimmen
  • Es ist mehr als Hausaufgabenbetreuung – sprechen Sie das Thema genau an und teilen Sie dem Nachhilfelehrer Ihre (realistischen!) Ziele mit (Verbesserung der Note, erreichen der nächsten Klassenstufe usw.)
  • Nachhilfeunterricht sollte temporär besucht werden und nicht zur Normalität werden – außer Ihr Kind hat eine Begabungsschwäche in einem bestimmten Fach
  • Fragen Sie den Nachhilfelehrer, ob Sie Ihr Kind ebenfalls unterstützen können und wenn ja, wie. Beispielsweise mit Vokabelabfragen oder ähnlichem
  • Nachhilfe kann besonders sinnvoll sein, wenn Ihr Kind eine längere Zeit krank war und viel Unterricht verpasst hat. Selbiges gilt auch für einen Schulwechsel
  • Wenn es private Probleme gibt, beispielsweise eine Scheidung oder einen Todesfall, werden die Noten Ihres Kindes darunter leiden. Auch hier hilft temporäre Nachhilfe

Ihr Kind muss sich übrigens nicht dafür schämen, dass es Nachhilfeunterricht besucht. Jeder fünfte Schüler zwischen zehn und 18 Jahren erhält Nachhilfe, ermittelte die Studie „Jugend.Leben“ der Uni Gießen, Köln und Siegen. Am häufigsten in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch. Und am dringendsten nach dem Zwischenzeugnis im Februar. Früher ein Tabuthema, heute läuft der Hinweis zur Nachhilfe bereits in der Fernsehwerbung. Also denken Sie daran, Nachhilfe ist nicht peinlich, sondern lediglich eine sinnvolle Unterstützung in Ausnahmesituationen.

Quellen:

http://www.eltern.de/schulkind/weiterfuehrende-schule/nachhilfe-unterricht.html
http://www.bildungsxperten.net/bildungschannels/schule/wann-lohnt-sich-nachhilfe/
http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article128817494/So-wird-Nachhilfe-fuer-Ihr-Kind-wirklich-effizient.html