Augen auf – und durch!

Bewegung, Freizeit, Erfahrung sammeln

Ich sehe was, was Du nicht siehst…

Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist … Ja, ein uraltes und noch immer wieder wunderbares Suchspiel für Kinder. Ein Spiel ohne Hilfsmittel oder Unterlagen, das Spaß macht und die visuelle Wahrnehmung fördert. Klingt gut. Aber wofür eigentlich? „Visuelle Wahrnehmung kann verstanden werden als die Fähigkeit optische Reize im Gehirn aufzunehmen, zu unterscheiden, einzuordnen, zu interpretieren und mit früheren Erfahrungen zu verbinden und entsprechend darauf zu reagieren (Barth 2006)“.  Denn Wahrnehmung an sich ist lediglich der Vorgang der subjektiven Sinneswahrnehmung von Umwelt- und Körperreizen, deren neuronale Weiterleitung ins, sowie die Verarbeitung im Gehirn.

Folgende Faktoren gehören zur Wahrnehmung:

  • Erkennen und Differenzieren von Größe und Form
  • Figur-Grund-Wahrnehmung
  • Formkonstanz
  • Wahrnehmung der Lage im Raum
  • Wahrnehmung räumlicher Beziehungen
  • Visuelle Mengenerfassung
  • Farberkennung und -zuordnung
  • Helligkeit (Augenfunktion)
  • Sehschärfe (Augenfunktion)

Kinder mit einer visuellen Wahrnehmungsstörung haben Probleme, optische Eindrücke richtig zu verarbeiten und einzuordnen. Was für viele Eltern auf eine Sehschwäche hindeutet und meist mit dem Besuch beim Augenarzt endet kann, wenn es unentdeckt bleibt, zu großen Problemen in der Schule führen. So bereitet unter anderem das Lesen lernen große Probleme, das Schönschreiben klappt nicht, das räumliche Denken im Fach Geometrie…Deshalb ist es besonders ratsam, die visuelle Wahrnehmung schon vor der Einschulung gezielt zu fördern.

Kinderleicht zum Beispiel damit:

  • Augen offen halten: Es gibt immer etwas zu entdecken. Bei Spaziergängen durch den Wald zum Beispiel Tannenzapfen, Kastanien oder Herbstlaub. Aus gesammelten Gegenständen kann zu Hause eine Collage gebastelt werden.
  • Die liegende Acht: Malen Sie mit Ihrem Kind eine liegende Acht auf ein Blatt Papier und fahren Sie die Acht immer wieder mit den Augen ab. Wer es besser macht von Ihnen beiden, gewinnt (und wer das ist, dürfte klar sein …). Es gibt die liegende Acht auch als Murmelspiel, eine Herausforderung.
  • Ausmalen: Malbücher sind immer ein tolles Geschenk bei Kindern. Mit verschiedenen Buntstiften und ein wenig Geduld, lassen sich die schönsten Bilder wunderbar kreativ ausmalen.
  • Kneten: Figuren kneten stimuliert einfach die Sinne und fördert die visuelle Wahrnehmung von Kindern.
  • Raten: Nutzen Sie lange Autofahrten für kreative Spiele. Ich sehe was, was du nicht siehst – oder auch: Wer zuerst ein rotes Auto sieht, ruft „Rotes Auto“. Das animiert ihr Kind dazu, besonders aufmerksam zu sein.
  • Puzzle: Ein Puzzle eignet sich bestens, um nicht nur die Fingerfertigkeiten, sondern eben auch das logische Denken und die visuelle Wahrnehmung zu trainieren.