Internet & Computer: Copyright Fotoverwendung

Kaum ist das Foto geschossen, ist es auch schon im Netz veröffentlicht – kaum hat man ein schönes Foto auf einer Website entdeckt, ist es auch schon via Facebook weiter gepostet. Nicht nur die Möglichkeit,
(teil-)öffentlich an seinem Leben teilhaben zu lassen fasziniert – auch die Schnelligkeit, mit der das möglich ist.

Klar, dass Kids hier mitmachen wollen – sei es mit eigenen Inhalten oder sei es das Kuratieren von anderleuts Inhalten. Schließlich zählt in den Klassenzimmern weiterführender Schulen nicht nur, wer man „face-to-face“ ist, sondern genauso, wie man sich im Netz präsentiert.

Bei der Verwendung und Weiterverbreitung von Bildern im Netz sollte man besonders gut aufpassen, denn es gilt, gleich zwei Kriterien zu beachten: Wer ist abgebildet – wer hält die Rechte am Foto? Die grundsätzlichen Regeln lauten so:Bei fremdem Bildmaterial ist vor einer Veröffentlichung in jedem Fall die ausdrückliche Erlaubnis des Fotografen bzw. des Inhabers der Nutzungsrechte (z.B. bei einem Verlag) einzuholen. Verkauft ein Fotograf seine Bilder über eine Bilddatenbank, gelten die Nutzungsregeln des jeweiligen Anbieters. Diese sehen meistens vor, dass das Bildmaterial nur gegen Bezahlung und nur mit Angabe der Quelle des Fotografen veröffentlicht werden darf.

Wer eigene Bilder hat und (im Internet) veröffentlicht, sollte der Einfachheit halber gleich angeben, unter welchen Bedingungen die Bilder genutzt werden dürfen. Zusätzlich ist hier zu beachten, dass abgebildete Personen – umso wichtiger, je weniger Personen abgebildet sind – ihr Einverständnis zur Veröffentlichung gegeben haben müssen; ob es sich um Fotos von der letzten Klassenfahrt oder aus dem Urlaub handelt.Wer ohne sein Einverständnis gegeben zu haben, Bilder von sich im Netz entdeckt, kann zu Recht deren Entfernung fordern. Ausnahmen gelten nur für Prominente oder Menschengruppen in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in der Fußgängerzone oder auf einem Konzert.

Im Klartext bedeutet dies: Wenn sich ein Fotograf darüber beschwert, dass seine Bilder ohne Erlaubnis veröffentlicht wurden oder ein Mitschüler verlangt, Bilder von ihm von einer Website oder einem Blog zu entfernen, dann entspricht dies ihrem jeweils guten Recht, dem man sofort nachkommen sollte. Besser noch: Vorher fragen bzw. nichts verwenden, bei dem die Rechtslage unsicher ist.

Apropos Erteilung von Einwilligungen:

Geschäftsunfähige, das heißt Kinder bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres, können die Einwilligung nicht erteilen. Hier ist die Einwilligung der Eltern (bzw. eines Sorgeberechtigten) erforderlich. Auch bei beschränkt Geschäftsfähigen, das heißt Minderjährigen ab dem siebten Lebensjahr, kann noch die Einwilligung der Eltern erforderlich sein. Teils wird von einer Doppelzuständigkeit ausgegangen.