Spielerisch die visuelle Wahrnehmung bei Kindern fördern

Bewegung, spielen, lernen

Visuelle Wahrnehmungsstörung – was ist das eigentlich?

Kinder welche unter einer visuellen Wahrnehmungsstörung leiden, haben meist Schwierigkeiten in der Erkennung und in der Verarbeitung von optischen Eindrücken. Hierzu gehören auch das Erkennen von Farben, Gegenständen, Formen und Körpern aber auch das Vergleichen und Einordnen von Eigenschaften wie klein – groß, leicht – schwer, weich – fest. Eine visuelle Wahrnehmungsstörung steht nicht in Verbindung mit einer schlechten Sehfähigkeit, sondern kann auch vorhanden sein, obwohl der Sehtest beim Kinder- oder Augenarzt gut ausfällt und das Kind optimal sehen kann.

Welche Auswirkungen kann eine visuelle Wahrnehmungsstörung mit sich bringen?

Meist wirkt sich solch eine Wahrnehmungsstörung bei Kindern erst zu Beginn der Schulzeit aus. Die betroffenen Kidis tun sich meist schwerer beim Lesen lernen, da sie die Buchstabenunterschiede nicht optimal erkennen können. Das Fach Mathematik im Bereich der Geometrie kann diesen Kindern auch oft schwer fallen. Häufig schleichen sich während der Schulaufgaben auch Leichtigkeitsfehler ein, welche dann selbst auch noch beim Durchschauen übersehen werden. Ein unsauberes Schriftbild kann ebenso ein möglicher Hinweis auf eine visuelle Wahrnehmungsstörung sein, da ihnen der Umgang mit Linien und auch das Einhalten von Linien nicht gerade leicht fällt.

Unser Tipp: Die visuelle Wahrnehmung bewusst und gezielt bei Kindern fördern:

Die visuelle Wahrnehmung lässt sich gezielt und auf spielerische Art und Weise fördern – das ist auch wichtig, weil erst dann Kinder Spaß dran finden und aktiv die Förderung annehmen. Kinder lernen während des Spiels genau hinzuschauen, sich zu konzentrieren und Eigenschaften wahrzunehmen. Förderung durch: Puzzles zusammensetzen, Formen & Figuren kneten lassen, Ausmalen & Zeichnen z.B. auch „Malen nach Zahlen“, Bilderbücher betrachten etc.

Die Wahrnehmung bei Kindern lässt sich auch ganz gut in Kleingruppen fördern z.B. wenn mehrere Kinder am Nachmittag gemeinsam spielen, eignen sich folgende Übungen zur Förderung:

Spiel: Lasst uns die verschiedenen Farben erkennen:

Gehen Sie mit den Kindern raus in die Natur z.B. in den Wald oder an einen Bach. Dort werden verschiedene Naturmaterialien gesammelt. Im Anschluss setzen sich alle Kinder zusammen und breiten die gesammelten Materialien aus. Nun werden diese nach Farben sortiert und auch benannt z.B. Blätter in grün, Tannenzapfen und Baumrinde in braun etc. Hat die Farbsortierung prima geklappt, können Sie versuchen, ob die Kinder es auch noch hinbekommen, die Materialien von dunkel nach hell zu sortieren z.B. angefangen mit dem dunkelsten Teil bis hin zum hellsten…

Spiel: Plötzlich fehlt etwas – aber was genau fehlt?

Unterschiedliche Gegenstände (z.B. aus dem Haushalt – alles was zu finden ist) werden auf einen Tisch gelegt. Die Kinder schließen die Augen oder verlassen den Raum. Dann wird ein Gegenstand vom Tisch genommen. Nun öffnen die Kinder die Augen oder betreten wieder den Raum, prüfen die Lage auf dem Tisch und schreiben auf einen kleinen Zettel auf, welcher Gegenstand fehlt. Haben alle Kinder ihre Antwort aufgeschrieben, wird die Lösung aufgedeckt…