Mama sag mal, wie kann ich eigentlich hören?

Viele Kinder fragen sich, wie kann ich hören und wie sieht es in meinem Ohr eigentlich aus? Kinder wollen es genau wissen. Wieso? Weshalb? Und warum?

Schon im Mutterleib fangen die Ohren an zu arbeiten und sind 24 Stunden lang am Tag einsatzbereit bzw. ständig auf Empfang. Um das Gehirn mit lebenswichtigen Informationen zu versorgen, brauchen wir die Ohren. Sie warnen uns vor Gefahren, geben uns Orientierung und sind wichtig für soziale Kontakte bzw. Kommunikation. Leider wird die Wichtigkeit des „Gehörs“ von uns Menschen erst dann wahrgenommen, wenn es nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert. Dass unsere Ohren einwandfrei funktionieren ist nämlich nicht selbstverständlich. Jährlich werden rund 600 Kinder in Deutschland taub geboren. Insgesamt leben lt. dem Deutschen Gehörlosen-Bund rund 80.000 Gehörlose in Deutschland. Geschätzt sind ungefähr 14 bis 16 Mio. Menschen schwerhörig und etwa 3 Mio. Menschen leiden unter ständigen Ohrgeräuschen, dem Tinnitus.

Und nun zum Ohr:

Unser Ohr besteht aus drei Teilen, dem Außenohr, dem Innenohr und dem Mittelohr. Durch die Ohrmuscheln werden die Schallwellen aus der Umwelt aufgefangen und in den Gehörgang weitergeleitet. Die Schallwellen treffen hierbei auf eine dünne Haut, nämlich dem Trommelfell. Töne & Geräusche bringen das Trommelfell zum Schwingen.

Hinter dem Trommelfell beginnt das Mittelohr. Das Trommelfell überträgt die Schwingungen auf die Gehörknöchelchen im Innenohr. Die drei winzige Gehörknöchelchen der Hammer, der Amboss und der Steigbügel, dienen als Verstärker und leiten die Schwingungen an das Innenohr weiter. Übrigens: Das sind die kleinsten Knöchelchen im menschlichen Körper…

Das Innenohr ist mit Flüssigkeit gefüllt, dort befindet sich eine sogenannte Schnecke. Die Schnecke umfasst zweieinhalb Windungen, ist ungefähr 30 mm lang und hat 35.000 feine Härchen die an Hörsinneszellen sitzen bzw. mit dem Hörnerv verbunden sind. Wenn die Hörzellen schwingen, so werden die Informationen über den Hörnerv an das Gehirn weitergeleitet. Dann können wir Klänge, Geräusche und Sprache wahrnehmen – wir können dann etwas hören. Für hohe und tiefe Töne sind ebenfalls die Hörzellen verantwortlich.

Kinder lernen durch Hören 

Hören, Sprechen und Lesen ist ganz eng miteinander verbunden. Beim Fernseher schauen, beim Einkaufen, beim Spielen, Vorlesen oder Singen oder in Gesprächen. Kinder verarbeiten das Gehörte ständig. Kinder müssen lernen, dass was sie hören auch zu verstehen. Ab dem ersten Lebensjahr trainieren Kinder das Hörverstehen. Hierbei geht es um, sich Gegenstände und Dinge aus der Umwelt über Gehörtes zu erschließen. Die Gegenstände und Dinge können dann in Zusammenhang gebracht werden. Später gilt es, wichtige Stellen und Details aus Geschichten und Gesprächen zu merken. Schon in der Vorschule, spätestens zur Einschulung sollten Kinder dann in der Lage sein, eigenständig Geschichten erzählen zu können bzw. Erlebnisse wiedergeben zu können. Hören und Zuhören muss trainiert werden.