Leserbrief Teil 1: Sommerferien und richtiges Lernen – wie passt das eigentlich zusammen?

für das nächste Schuljahr vorbereiten

Dieser Brief einer Leserin (Heike Frank aus Dürnau), die sich wirklich ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat und ganz in der Nähe von unserem Sitz in Gruibingen wohnt, passt gut in unser Thema Lernen. Eigentlich wollten wir ihn kürzen, dann haben wir uns aber entschlossen ihn mit Fortsetzung einzustellen, da uns das Thema Lernen besonders am Herzen liegt.

Liebe Eltern,

die letzten Arbeiten sind bestimmt bei den meisten Ihrer Kinder schon geschrieben und das Gefühl von Sommerferien macht sich breit. Wenig oder keine Hausaufgaben sind zu machen und Stunden fallen immer öfter aus. Das Kind jetzt noch zum Lernen zu bewegen oder gar in den Sommerferien beständig etwas zu tun, ist nicht einfach.

Die Frage ist, wie sinnvoll ist es, mit den Kindern stetig zu lernen – auch in den Sommerferien?

Nehmen wir einfach die ersten zwei Wochen nach den Sommerferien hin, in denen die Kinder scheinbar das kleine 1 x 1 schlichtweg vergessen haben? Wir reden hier nicht von den 8-Jährigen!
Es scheint so eine Art Vakuum nach Ferien zu entstehen, in dem die Kinder die einfachsten Dinge nicht mehr aus dem Gedächtnis holen können. Kann dem mit stetigem Lernen aus dem Weg gegangen werden und sollten „schlechte Schüler“ in den Ferien aufholen oder endlich einmal Ruhe finden?

Am besten fangen wir erst einmal damit an, wie „Richtiges Lernen“ aussehen kann:

Der Zeitpunkt ist wichtig. Jedes Kind hat am Tag Leistungsspitzen und Zeiten in denen es einfach ausruhen muss. Diese Fenster, in denen der Stoff besonders gut aufgenommen wird, gilt es herauszufinden.
Nach der Schule und dem Essen brauchen die meisten Kinder eine Ruhephase, die bitte nicht mit Entspannung vor dem Fernseher gefüllt wird. Gelerntes wird sonst schnell überlagert und kann sich so nicht richtig setzen. Chillen können die Kinder auch in Ruhe an ihrem Lieblingsplatz ohne irgendeinen Außenreiz. Das funktioniert tatsächlich.

Danach geht es mit der Konzentration meist steil bergauf. Jetzt sollte das Kind einen Lernkorridor haben, der nur für die Hausaufgaben und das Lernen bestimmt ist. Dieser könnte z. B. von 14:00 bis 16:00 Uhr gehen.  Kein Handy im Zimmer, keine Anrufe werden angenommen,…. Meist wird um diese Uhrzeit wild telefoniert, um den Nachmittag mit Freunden zu organisieren. Der echte Horror für jede Mama, die versucht jetzt Ruhe reinzubringen um den Schatz zum konzentrierten Arbeiten zu bewegen. Also gleich ausmachen: Verabredet wird sich in der Schule oder nach dem Lernkorridor. Das stößt auf wenig Verständnis bei den Kindern, da es heißt, dass später alle schon verabredet sind. Einfach durchhalten, die Freunde akzeptieren das.

Die Meinungen ob die Ferien auch zum Lernen da sind gehen weit auseinander. Entschließen Sie sich, dass Ihre Kinder auch in den Ferien etwas lernen sollten, dann sind der Zeitpunkt und der Zeitrahmen wichtig. Gern wird dann gleich morgens gelernt um den Tag frei zu haben. Ob und wie oft Sie in den Ferienwochen mit Ihren Kindern lernen sollten, sollten Sie auch mit Ihrem Kind abstimmen. Belohnungen wie ein Schwimmbadbesuch mit der ganzen Familie oder einen schönen Ausflug, fördern ebenfalls die Akzeptanz.

Fortsetzung folgt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema: Lernen in den Sommerferien JA oder NEIN?