Jeder redet von ADHS – aber was ist das eigentlich?

Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyper(Hypo)-aktivitäts-Syndrom

ADHS zu haben bedeutet, dass ein Kind sehr impulsiv, unruhig und unkonzentriert ist. ADHS ist keine Modediagnose, sondern eine Krankheit welche Erwachsene sehr ernst nehmen sollten.

Mit „vorsichtiger Aussage“ leiden schätzungsweise zwei- bis drei Prozent aller Kinder in Deutschland unter einem schwierigen ADHS, ca. zehn Prozent haben leichte Defizite. Im Durchschnitt leiden Jungs dreimal häufiger als Mädchen unter ADHS.

Jedes Kind ist individuell – es gibt Kinder die beschäftigen sich stundenland mit Puzzles und Büchern, andere Kinder sind lebhafter und lassen sich viel leichter ablenken, sie wollen ständig Neues entdecken und dauerhaft in Bewegung sein. Diese Kidis müssen aber nicht gleich hyperaktiv sein. Kommen dennoch öfters Ausraster und aggressives Verhalten vor, könnte ADHS die Ursache dafür sein. Allerdings ist es schwierig ADHS im Kindergartenalter festzustellen, weil es bei Kindern zu einer natürlichen Überaktivität  zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr kommen kann. Eine sichere Diagnose zu stellen ist deshalb erst ab dem Schulalter (1. Klasse) möglich, auch wenn die Symptome auf ADHS hinweisen. In Extremfällen, kann ein Arzt die Diagnose schon vor dem Schuleintritt stellen, allerdings nur wenn ADHS sehr stark ausgeprägt ist und umfassende bzw. aufwendige Untersuchungen durchgeführt wurden.

Für alle Eltern die ADHS bei ihren Kindern vermuten ist es sinnvoll in die Frühförderung einzusteigen, welche im Kindergartenalter bereits eingesetzt werden kann. Umso früher Defizite erkannt und behandelt werden, desto größer ist die Chance die Probleme zu reduzieren und die Verhaltensstörung auf ein Minimum zu reduzieren, sie lässt sich dennoch aber nicht ganz vermeiden. Wichtig ist hierbei, dass Eltern ihr Kind nicht „verrückt“ machen und die Anfangssituation nicht überbewerten. Wie empfehlen hier, zuerst einen Kinderarzt bzw. Hausarzt anzusprechen, meist können sie klären, ob Ihr Kind überhaupt ein ADHS-Fall ist. Checklisten zur Ermittlung der Symptome reichen keinesfalls aus.

Ein anderer Auslöser könnte auch sein, dass ihr Kind in der Schule unter- oder überfordert ist und deshalb sich unaufmerksam verhält. Ein Intelligenztest oder eine Überprüfung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit kann hier durchgeführt werden.

Das ADHS-Problem in der Praxis ist, dass Pädagogen oft der Meinung sind, dass ADHS aufgrund von Erziehungsfehlern entsteht. Die ursprüngliche Ursache ist dennoch aber nicht das elterliche Versagen, sondern das Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten öfters aus dem Kindergarten verwiesen werden. Laut dem ADHS-Zentrum resultiert die Praxis aus Wissensdefiziten der Pädagogen. Kindergartenverweise,… erschweren betroffene Familien den Weg aus der Verzweiflung. Haben Sie bereits Erfahrungen mit ADHS bei Ihren Kindern gemacht? Glauben Sie wirklich, dass hier Wissensdefizite bei den Pädagogen bestehen? Ihre Meinung dazu interessiert uns sehr.

Nachfolgend geben wir Ihnen erste Tipps, um den Umgang und den Alltag mit einem ADHS-Kind besser zu meistern:

  • Lassen Sie sich nicht unterkriegen; betonen Sie Dinge die in Ihrer gemeinsamen Beziehung gut laufen.
  • Liebe, Geborgenheit, Zuwendung und Zuneigung geben; zeigen Sie Ihrem Kind das Sie es lieb haben.
  • Lassen Sie Ihr Kind spüren, womit es Ihnen Freude machen kann.
  • Gemeinsam spielen und gemeinsam schöne Dinge erleben z.B. täglich mindestens 45 Minuten am Stück wo Sie sich ausschließlich auf Ihr Kind konzentrieren (ohne Unterbrechung)
  • Loben Sie Ihr Kind wenn es Dinge gut gemacht hat, auch ein freundliches Lächeln kann hierbei helfen.
  • Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Familien- und Verhaltensregeln auf.
  • In Ausnahmesituationen ruhig bleiben um den Überblick zu behalten.
  • Sich auch mal selbst Zeit gönnen und eine Auszeit nehmen.

Ausführliche Informationen rund um ADHS bei Kindern, gibt das ADHS-Zentrum hier.