DAS GEHEIMNIS: Kinderängste überwinden

Kinder nicht isolieren, Probleme besprechen

Was steckt dahinter: Angst gehört zum Leben. Eltern tun Kindern keinen gefallen, wenn sie ihnen Ängste um jeden Preis ersparen wollen. Angst ist ein wichtiges Signal für eine Gefahr. Eltern sollten Kinderängste zulassen. Kinder machen dadurch Erfahrung, entwickeln sich weiter und lernen damit umzugehen. Angst führt zu Mut, Stolz und macht Stark wenn sie überwunden wird. Natürlich ist es wichtig, dass sich Kinder in der eigenen Familie wohl- und geborgen fühlen. Kinder benötigen von Eltern Rückhalt und dennoch auch Unterstützung um in Konfrontation mit den Ängsten zu gehen. Angstfreie Kinder haben im Leben öfters Probleme im Bezug auf Einschätzung von Gefahren. Meist erkennen diese Kinder schlechter ihre Grenzen bzw. können Grenzen kaum einhalten.

Aber vor was haben Kinder eigentlich alles so Angst: Kinder haben Angst vor Tieren, vor dem Alleinsein bzw. vor dem Verlassen werden, Angst vor Ablehnung und Liebesentzug und Angst dass sich die Eltern trennen könnten. Kinder erzählen auch immer wieder Träume, die ihnen Angst machen oder haben Angst in der Dunkelheit oder vor dem Einschlafen. Meist unterscheiden sich die Kinderängste kaum vor den Ängsten der Erwachsenen. Kinderängste sind dennoch viel stärker als die von Erwachsenen. Kinder haben nicht die Erfahrung um selbst Ursachenforschung zu betreiben „woher die Ängste kommen“ und wie damit umzugehen ist. Hier benötigen Kinder die Unterstützung von Erwachsenen, um die Gründe der Angst ausfindig zu machen. Erst dann kann ein Kind mit der Angst umgehen, weiterleben ohne blockiert und vom Leben abgehalten zu werden.

Auswirkungen von Kinderängsten: Wenn Kinder keine Unterstützung und keinen Rückhalt von Erwachsenen erhalten, machen Kinder, Ängste mit sich selbst aus. Für ein Kind fühlt sich das schrecklich an – Ängste von innen und von außen. Diese Kinder entwickeln meist kein selbstbewusstes Eigengefühl und versuchen die Angst in Bilder zu kreieren z.B. in Wölfe, Hexen, Gespenstern, bärtigen Männern,…Solche Kinder trauen sich nichts selbstständig zu und werden so auch kein Selbstbewusstsein aufbauen.

Nun das Geheimnis wie Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen Kinder unterstützen können und sich Kinderängste überwinden lassen:

  • Angstgefühl der Kinder annehmen, respektieren und bearbeiten d.h. Gründe erkennen und angstmachende Situationen verändern. Wichtig dabei ist, dass die Angst auch zugelassen wird.
  • Zuhören „und ganz Ohr sein“ + ausreden lassen + sich interessieren + ernst nehmen – das Selbstwertgefühl wird dadurch gestärkt und daraus erwächst Mut…
  • Sicherheit- und Geborgenheit geben.
  • Aufrichtige Worte vermitteln, loben und Mut zusprechen, mehr anerkennen anstatt tadeln.
  • Kindern „Halt“ geben, eine helfende Beziehung geben, Selbstvertrauen aufbauen.
  • Sachliche und persönliche Grenzen aufzeigen – Grenzenlosigkeit macht hilflos.
  • Vermittlung von guten Gewohnheiten – Konflikte können dadurch erspart werden.
  • Kinder nicht zu sehr verwöhnen – Selbstständigkeit vermittelt Mut sich etwas zuzutrauen.
  • Die Gefahr der Medien-Verwahrlosung durch Fernsehen, Internet und Videos rechtzeitig erkennen => gemeinsame Zeit zur Medienverarbeitung nehmen + Situationen und Bilder besprechen, kein zeitliches/inhaltliches und unkontrolliertes Fernsehen, keine Horrorfilme und  Gewaltdarstellungen,…
  • Lernfortschritte aufzeigen und darstellen – das ermutigt immer weiter zu machen.
  • Vermeidung von Leistungsdruck in der Schule, realistische Ziele setzen, Probleme rechtzeitig erkennen, besprechen und beheben.
  • Vorbild sein.
  • Können Kinder ihre Angst nicht in Worte fassen, dann sollten Erwachsene gemeinsam mit dem Kind ein Bild malen, meist kann die Angst in einem Bild ausgedrückt werden.
  • Märchen- und Geschichten helfen zur Angstbewältigung. Kinder erfahren dadurch, dass es Gutes und Böses gibt und beides zu meistern ist. Es sollten Geschichten ausgewählt werden, die der Problematik des Kindes ähnlich sind.
  • Rollenspiele können hier ebenfalls helfen. Ängste und Probleme können nachgespielt und teilweise auch verarbeitet werden.
  • Kinder ermutigen Angst zu zeigen, anstatt zu verleugnen z.B. „Ich bin bei Dir, das kriegst Du hin…“! Nicht sagen: „Du brauchst keine Angst zu haben…“ – das bringt nichts.